Immer nach Westen

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Bevor ich mich heute morgen auf den Weg machte, ging ich in eine Bar, um zu frühstücken, denn der nächste Ort war erst für 12 km später angekündigt. Es war eine Überraschung, den offensichtlich einzigen Österreicher, der zur Zeit mit mir auf dem Weg ist, hier zu treffen. Es war mir schon von ihm erzählt worden, er ist Oberösterreicher und seit Bilbao auf dem Camino, geht aber mehr Kilometer täglich, sodass unser Treffen wahrscheinlich einmalig war.
Von Luarca ging es heut steil den Berg hinauf und dann entspannte ca. 20 km bis zu einer sehr schönen und neuen Herberge in Navia. Auch diese Stadt liegt am Meer, mit dem Badewetter ist es aber definitiv vorbei. Fürs Wellenschauen und einen Strandspaziergang ists aber optimal.
Von Ost nach West bin ich auf dem Camino del Norte unterwegs. Es ist nicht nur dieser Weg, der die Nordküste entlang führt, sondern es gibt auch eine Autobahn, die wir immer wieder unter oder überqueren. Die Geräuschkulisse auf dem Weg wechselt zwischen Autolärm und Meereswellengetöse.
Ja, und dann gibt es noch die Eisenbahn, den Feve. Dieser doppelte Triebwagen fährt zweimal am Tag die Strecke von Bilbao bis Ferrol ab und bleibt in jedem kleinen Dorf stehen. Es gibt nur ein einziges Gleis und dieses ist besonders schmal gebaut, damit der Zug die Kurven besser fahren kann. Vor einigen Tagen wollte ich diesen Feve für mein Patenkind filmen und war pünktlich zum Eintreffen des Zuges an der Station in Ballota. Wie war ich überrascht, als ein schweizer Jakobspilger-Ehepaar, das ich einige Tage vorher kennengelernt hatte, aus dem Zug ausstieg! Ihnen war es natürlich total peinlich, dass ich sie ‚erwischt‘ hatte, sie versuchten, sich zu rechtfertigen und jedes Mal, wenn wir uns jetzt sehen, lachen wir über die überraschten Gesichter, die wir alle drei gemacht hatten.

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