– vielleicht ein altmodisches Wort, mit dem manche nicht viel anfangen können ..

Gegründet wurde dieses Projekt, weil auffiel, dass viele deutschsprechende Pilgernde, die ankamen, sich hier etwas verloren fühlten: Santiago ist eine Universitätsstadt, manche der PilgerfreundInnen, die man während des Unterwegsseins kennengelernt hat, gehen nur durch und weiter bis Finistère, andere fliegen sofort zurück, andere nehmen einen Bus. Und plötzlich ist man alleine an diesem Ziel, das man so lange angestrebt hat. Und das war es jetzt?
So wurde vor 17 Jahren die deutschsprachige Pilgerseelsorge Santiago de Compostela gegründet. Bald darauf auch jene für die französisch sprechenden Menschen, inzwischen gibt es auch die ‚Camino Companions‘ für die englisch Sprechenden, die holländische Truppe, die Italiener und die polnische Equipe. Alle sind ehrenamtlich hier mit mehr oder weniger Unterstützung durch die Heimatdiözese. Die Programme ähneln sich je nach Möglichkeiten: Messe, Austauschtreffen, wo die Pilgernden von ihrem Weg erzählen können, spirituelle Angebote, um den tieferen Sinn des Pilgerns zu erschließen. Immer mittwochs setzen wir uns abends zusammen, um den Kontakt untereinander zu fördern. Das ist dann immer ein ganz buntes Sprachengemisch, das mag ich sehr!

Ein wichtiges Element unseres Dienstes hier sind die Gespräche und Treffen mit Pilgernden. Das passiert einerseits unverhofft, wenn ich am Kathedralsplatz bin und dort Menschen anspreche oder angesprochen werde. Oft biete ich einfach an, die Angekommenen gemeinsam zu fotografieren und dann entsteht ein Gespräch.

Nach unserem Morgengottesdienst laden wir immer zu Kaffee und Tee in unseren Raum im Pilgerzentrum ein. Das wurde heute von 11 Personen angenommen und es war ein buntes Durcheinander von Gesprächen und gegenseitigem Erzählen. Täglich am Nachmittag gibt es ein Treffen, an dem zwar weniger Menschen teilnehmen, dabei gehen die Gespräche aber tiefer – über die Gründe für den Aufbruch und die Erlebnisse auf dem Weg.
Da kam zum Beispiel einmal ein Ehepaar zu uns. Anlässlich des 50. Hochzeitstages sind sie auf dem portugiesischen Weg gepilgert. Das Besondere daran: der Ehegatte war blind und wurde von seiner Frau geführt! Das war eine große Herausforderung für die beiden: drei Wochen der kompletten Abhängigkeit voneinander!
Viele berührende Geschichten hören wir hier und meist gelingt es uns, die Menschen mit einem Segen gestärkt zu entlassen.










































































