
Diese Distanz konnte ich heute von meinem Wegkonto abziehen, da ich an einer Weggabelung nicht den Originalweg, sondern eine Abkürzung von 10 km genommen habe. Ich bereute es spätestens, als es am frühen Nachmittag über 13 km lang auf einer ganz neuen Asphaltstraße dahin ging. Das war wirklich hart und sämtliche überstanden geglaubte Wehwehchen wurden wieder aktiviert.
Außerdem gab es auf dieser Wegvariante nur eine einzige Bar und sonst nix auf 32 km!
Heut war übrigens einer jener schrecklichen Morgen, an denen ich von den anderen viel zu früh geweckt werde und mangels sonstiger Alternativen im Dunkeln losmarschiere. Das war um 7.15 Uhr. Hell wird es hier in Spanien erst ca. um 8, aber da es oft nebelig ist, braucht es oft noch länger, bis ich die Richtungspfeile gut erkennen kann.
So manche hatten mich gewarnt, dass die Beschriftung des Weges oft sehr schlecht sei. Das hat sich jedoch geändert: offensichtlich gab es EU-Geld und in einer großen Investition wurden hunderte neue Monolithen aufgestellt, die bei jeder Weggabelung und oft auch zwischendurch die genaue Meterangabe bis Santiago anzeigen. Verlaufen geht zwar schlecht, aber manche schaffen es doch, indem sie irgendwelchen auf dem Boden aufgezeichneten Markierungen folgen.
Das heutige Tagesziel war Sobrado, wo es im Zisterzienserkloster aus dem 13. Jhdt eine Herberge gibt. Wunderschön und ein besonderer Kraftort ist die Kirche, die außen mit Moos und Bäumen bewachsen und in die der Efeu bei den Fenstern hineinwächst. Sehr schön sind auch die zwei Kreuzgänge und der Gebetsraum, in dem ich die Vesper mitfeierte. Besonders ist allerdings die Aufnahmeprozedur: jeweils 6 Personen werden beim Tor eingelassen, registriert und ihren Betten zugewiesen. Und an jeder Station wird vorher gewartet. Das dauerte also insgesamt eine Stunde, die ich, hundemüde wie ich war, lieber für eine Siesta genützt hätte.
Morgen geht es noch 20 km auf dem Camino del Norte, bevor er in Arzua in den mir wohlbekannten Camino francés einmündet.