
Zur richtigen Zeit bin ich am Ziel meines heurigen Caminos angekommen, denn heute war wieder ein Regentag, den ich aber im Autobus und in La Coruña verbrachte. Es war die Idee eines spanischen Pilgerkollegen gewesen, der ich mich angeschlossen habe. La Coruña ist die Hauptstadt Galiciens, im nördlichsten Westen Spaniens an der Küste gelegen. Schon die Phönizier, Kelten und Römer hatten hier einen Hafen.
Wegen ihrer mit Glasveranden aus weißem Holz verzierten Bürgerhäuser an der Avenida de la Marina wird La Coruña auch ‚Stadt aus Glas‘ genannt, bei Regen wirkt das aber leider nur halb so beeindruckend.
Sehr schön ist hier der Hauptplatz mit dem Rathaus und der Statue der Heldin Maria Pita, die im 16. Jhdt die Stadt gegen die englischen Freibeuter verteidigt hat.
Es gibt hier auch eine ‚Plaza del Humor‘, an der verschiedene Karikaturen in den Steinboden geschliffen sind.
Besonders stimmungsvoll empfand ich die Santiago-Kirche mit einer romanischen Jakobusstatue. Und ich staunte nicht schlecht, als ich von dieser weg wieder die mir wohlbekannten gelben Camino-Pfeile fand! In La Coruña startet ein weiterer Camino, der Camino Ingles! 76 km bis Santiago! Ich war kurz versucht, mir diesen Weg für die verbleibenden drei Tage vorzunehmen, will es aber doch genug sein lassen und morgen mit dem Zug nach Santiago fahren.