Ich war gestern nicht nur die einzige Pilgerin auf dem Weg, sondern abends auch die einzige im ganzen Haus! Ich hab mich aber sehr wohl gefühlt:




Die Chefin erzählte mir, dass morgen zwei Portugiesen kommen werden und vor einigen Tagen zwei Österreicherinnen da waren. Der Weg ist also nicht überlaufen, sondern ein Geheimtipp für alle, die den Massen entfliehen und Natur in besonderer Weise erleben wollen.
Heut morgen war dann auch klar, warum so wenige hier pilgern. Es hatte ja vor zwei Monaten die Waldbrände gegeben und der Weg war einige Zeit gesperrt gewesen. Besonders Las Medulas war betroffen. Der Ort ist Weltkulturerbe wegen seiner außergewöhnlichen Landschaft, die durch den Goldbergbau der Römer entstanden ist. Sie haben damals Wasserkanäle durch die Berge gegraben und so das Gold ausgespült.


Und stolz sind die Menschen in Las Medulas auch auf ihre uralten Kastanienbäume.
Es war sehr bedrückend, hier zu gehen und zu sehen, dass diese Bäume total verbrannt sind und nur mehr ein Gerippe übrig blieb. Aber auch ein Hoffnungszeichen, wenn sich unten am Stamm neue Triebe zeigen.




Als ich dann ins nächste Dorf kann, war alles wieder schön und eine prächtige Landschaft zeigte sich.



Durch meinen Wechsel auf den Winterweg hat sich mein Kilometerkonto erhöht. Von Ponferrada waren es auf dem Camino Francés noch 203 km bis Santiago gewesen, laut Internet wären es auf diesem Weg 239, die galicischen Angaben zeigen noch einmal 20 km mehr. Egal, ich werde bis zum Ziel gehen, hinauf, hinunter, immer den gelben Pfeilen folgend.



Mutig von dir das Gewohnte zu verlassen, wünsche dir schöne Wege und trotz mehr Kilometer, dass Du weiterhin so gut voran kommst! Das Eintelquartier hat sehr ansprechend ausgeschaut! LG. Gabi
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