O Maria, hilf!

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So oder ähnlich in spanisch haben die Menschen gesungen, als sie gestern mit der Marienstatue ‚Sta. Virgen del Otero‘ in die Kirche San Pedro (die zweite von drei großen Kirchen in dem kleinen Städtchen!) eingezogen sind. Es war der Beginn einer Novene: Für neun Tage – bis Maria Geburt – wird diese Statue hier bleiben, täglich wird Rosenkranz gebetet und Messe gefeiert. Das war gestern wirklich schön: die Kirche war gut gefüllt mit Menschen aller Altersgruppen. Ich mit Flip-Flops und sportlicher Sommerhose (danke, Eva-Maria!) bin unter den immer gut gekleideten Spanierinnen sicher nicht aufgefallen ;-). Ein Chor unterstützte den Volksgesang mit drei Liedern. Für den nächsten Tag hat der Pfarrer alle eingeladen, Blumen zur Verehrung mitzubringen.

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Trauriger ist, was ich sonst in den Kirchen erlebe: viele sind zum Teil zu Museen umfunktioniert mit Statuen, sakralen Geräten und liturgischen Kleidern, die offensichtlich niemand mehr brauchen kann. Ob das in 20 Jahren bei uns auch so sein wird?

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Zwei Madonnen. Bei einer fehlt das ganze Kind, beim anderen der Kopf von Jesus.

Zwischen Fromista und Carrion wurde wegen der vielen Verkehrsunfälle ein Weg neben der Landstraße gemacht. Ich nahm über die Hälfte der Distanz allerdings einen kleinen, aber schönen Umweg am Bach entlang, wo ich den ganzen Vormittag nur zwei Pilgernde sah.
Hier in Carrion habe ich wieder in der pfarrlichen Herberge eingecheckt, es gibt am Abend gemeinsames Beten, Singen und Essen.

PS: heut hab ich den ersten Traktor gesehen, der auf dem Feld arbeitet. Ich hatte mich schon immer über die vielen abgedroschenen Felder gewundert, die nicht geackert werden.

Unter Schmerzen

Normalerweise gibt es in einer öffentlichen Herberge ja kein Frühstück, aber Jesus (der eine Seniõr hieß tatsächlich so) und sein Freund verwöhnten uns mit frisch getoastetem Brot, Butter und Marmelade. Und geweckt worden waren wir um 6.30 mit gregorianischen Chorälen aus dem Lautsprecher. In den Schlafsaal sollte man nämlich kein Handy mitnehmen.
Der junge Pole – einer von uns vier Herbergsgästen – klagte über starke Schmerzen an der Achillessehne. Im Spital hätten sie ihm zu Vorsicht geraten, weil bleibende Schäden entstehen könnten. 30 – 40 km geht er am Tag! Und als ich nach 11 km Pause machte, ist er an mir vorbei gehumpelt! Überhaupt sah ich heute viele humpelnd und sich auf Stecken stützend sich fortbewegen. Manche haben drei Tage Pause gemacht und wollen es wieder probieren. Ich staune, bewundere sie, aber über einige kann ich mich nur mehr wundern.
Ich bin wirklich glücklich, ohne gröbere Schmerzen zu gehen.
Manchmal fühl ich mich ja wie eine Schnecke. Ich hab alles auf dem Rücken, was ich brauche und bewege mich Stück für Stück weiter, dabei spüre ich mich sehr getragen von eurem Interesse, euren guten Gedanken und eurem Gebet und Segen. Irgendwie seid ihr alle mit mir unterwegs.
Heute übrigens bis Fromista, bei gefühlten 25 Grad 26 km weit durch die Meseta. Besonders schön waren die 3 km entlang des ‚Kanals von Kastilien‘ aus dem 18. Jhdt., der die Felder hier bewässert.
Fromista hat eine wunderschöne romanische Kirche aus dem 11.Jhdt mit unzähligen Skulpturen, das Innere eine Wohltat nach all den vergoldeten Barockhochaltären. Und irgendwie dürfte diese Gemeinde einen Vertrag mit einer Steinplattenfabrik haben, denn alle Plätze hier sind sehr geschmacklos zugepflastert.

Im Moment gibts noch spätestens alle 12 km einen Ort. Übermorgen sinds dann 18 km durch die Meseta, angeblich ohne Schatten. Hoffentlich bleiben die Temperaturen so.

‚Drei Monate Hölle…

…und neun Monate Winter.‘ So werden die Klimabedingungen in der Meseta, der spanischen Hochebene, wo ich grad unterwegs bin, beschrieben. Die Sonne zeigte sich heute jedoch gnädig: Nach den gestrigen Regenmengen war es angenehm warm und eine kühle Brise erfrischte mich beim Gehen. Schon bei unserer Pfarrreise 2011 waren wir hier marschiert und genauso wie damals machte ich Pause im Dorf Hontanas und später bei der Ruine San Antón. Unglaublich: Hier führt die Straße durch die Kirchenruine durch!
Viele Kirchen hier auf dem Camino sind leider tagsüber geschlossen (so wie ja auch bei uns), in Hontanas stand die Kirchentür allerdings einladend offen: drinnen war ein Platz für Gebet gerichtet mit Bibeln in allen Sprachen und mit Taizé-Musik. Eine schöne Möglichkeit, während des Tages eine spirituelle Pause einzulegen.
Vorbei an der Kirche Sta. Maria de Manzano (Hl. Maria vom Apfelbaum) war mein Tagesziel die mittelalterliche Stadt Castrojeriz, wo mich in der ebenso alten Herberge zwei fast so alte Hospitaleros (Ehrenamtliche) freundlich empfingen.
Später bestieg ich den Burgberg und bestaunte die atemberaubende Aussicht über die Meseta.

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It’s raining again

Beim Frühstück in der Bar sah ich den Wetterbericht: in den nächsten Tagen Regen in ganz Spanien! Nur im äußersten Norden Chance, trocken zu bleiben. So wars dann auch: rechts der blaue Himmel, links und hinten die dunklen Wolken. Erst trocken, dann mal weniger, mal mehr Tropfen. Aber es ging noch ohne Regenschutz, genauso schnell, wie ich nass wurde, trocknete alles wieder. Erst als ich den nächsten Ort und die Bar erreichte, fings richtig an und nach und nach tröpfelten dann auch die nassen PilgerInnen ein.

Wer ist denn eigentlich so unterwegs auf dem Camino? Viele Einzelpersonen jeden Alters aus der ganzen Welt. Manche gehen, so wie ich, bewusst alleine, andere gehen stückweise oder auch länger gemeinsam.
Es gibt aber auch Familien, die hier unterwegs sind, wie z.B. das italienische Paar mit zwei Söhnen im Alter von 10 und 13. Mit ihnen war ich immer wieder in derselben Herberge. Ich bewundere sehr, dass so ein gemeinsamer Familienurlaub aussieht. Schön ist es auch, wenn Väter mit ihren Söhnen gehen oder seltener Mütter mit ihren Töchtern.
Vor einigen Tagen war mir im Staub auf dem Weg eine seltsame Spur aufgefallen: sie sah aus wie von einem Kinderwagen, aber das konnte doch nicht sein! Radfahrer mit Anhänger vielleicht? Und dann hatte ich die beiden eingeholt: ein Vater ging mit seinem Sohn, der offensichtlich ein geistiges Handicap hatte, und schob das gesamte Gepäck auf einer Art ‚Rodel‘. Der Sohn selbst ging mit Stöcken, aber ohne Rucksack. Weil mich das Bild so berührte und mich der Vater auch so freundlich auf spanisch ansprach, ging ich bis zum nächsten Ort mit ihm gemeinsam. Er sei Straßenkehrer in Saragossa, gebürtiger Argentinier mit italienischen Wurzeln, er hat noch einen kleineren Sohn, seine Frau ist verstorben. 7 Tage ist er mit dem 18 jährigen Laurel unterwegs, nur wenige Kilometer am Tag. Aber sie sind stolz, das geschafft zu haben. Im nächsten Ort hatten sie ihr Ziel erreicht und ich verabschiedete mich. Da packte er aus seinem Rucksack Biegedraht und Zange und fing an, den Draht zu formen: als die Rose mit Camino-Pfeil fertig war, kramte er in seinem Sackerl nach Nagellack: Die Rose wurde rot, der Pfeil gelb angemalt! Das schenkte er mir, dann verabschiedeten wir uns. Ich steckte das Geschenk auf meinen Rucksack und hoffe, dass ich es heil bis Santiago und dann bis Furth bringe.

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Bis Burgos

Der heutige Tag war feucht: auf dem Weg hat es ab und zu leicht geregnet, das empfand ich als angenehme Abkühlung. Am Nachmittag, als ich schon am Ziel war, hat es dann richtig geschüttet.
Vorher passierte ich aber noch Atapuerca, die Heimat der ersten Europäer. Hier wurden in Höhlen 800.000 Jahre alte menschliche Reste gefunden.
Gleich danach ging es steil bergauf auf 1.081 m zum ‚Kreuz der Vergebung‘, wie mir die Spanierin Pepa erklärte. Wem hätte ich was zu vergeben?
Die erste Bar auf dem weiteren Weg war total überfüllt, so nahm ich die darauf folgende: da war ich außer einer Runde betrunkener Jugendlicher, die sich am liebsten auf den Gehsteig legten, der einzige Gast und wurde sofort bedient. Hier war auch das Bild mit dem witzigen Pilger an die Wand gemalt.
Weiter gings dann bis Burgos: ich wagte die im Buch beschriebene Alternativvariante, war wieder mal fast alleine unterwegs und kam auf schönen Wegen entlang des Flusses tatsächlich bis ins Stadtzentrum. Hier wohne ich in der öffentlichen Herberge auf dem Platz der Kathedrale um 5 € für ein Bett – mit bis zu 149 anderen Personen! Alles ist auf drei Etagen wirklich gut gebaut und organisiert.
Höhepunkt des Tages war der Besuch in der prachtvollen gotischen Kathedrale mit unbeschreiblichen Kunstwerken – eigentlich ist es mehr ein Museum. Nur zwei hintere Kapellen sind abgesperrt und dem Gebet vorbehalten. Ich nehme an, da wird auch um 19.30 Uhr die Pilgermesse gefeiert werden.

Das Beste…

Ich weiß nicht, ob es nur bestimmte Menschen sind, die auf dem Camino (Jakobsweg) unterwegs sind. Ich finde aber, dass alle, die hier pilgern, das Beste von sich zeigen: freundlich, höflich, hilfsbereit, fröhlich, bescheiden, rücksichtsvoll,… ein Stück Himmel, das hier probeweise Wirklichkeit wird. Und wenn alle dieses Verhalten mit nach Hause nehmen, müsste die Welt doch ein Stück besser werden.?
Besonders beeindrucken mich die jungen Menschen. Die meisten sind alleine hergekommen, bald schließen sie dich jedoch in Gruppen zusammen, eine bunte Welt. Und ein Hoffnungsschimmer für unsere Zukunft.

Gestern Nachmittag hatten wir noch die Möglichkeit, die Reste eines alten Klosters auf einem kleinen Berg zu besuchen. Seit dem 3. Jahrhundert zogen sich Einsiedler in Höhlen zurück, um Gott näher zu sein. Später kümmerten sich Mönche um die PilgerInnen, die hier durchzogen. Faszinierend, wie lange hier schon gebetet wird.

Apropos: Das Taizé-Gebet gestern abend fand in einem wunderschönen Raum statt. Julia und ich versuchten, die anderen zum Singen zu motivieren, aber leider nur mit mäßigem Erfolg.

Heute morgen traf ich in einer Bar übrigens die ersten beiden Österreicherinnen (eine hatte ein Bank Austria – Leiberl an und ich musste sie einfach ansprechen). Wie es das Schicksal will, schlafen wir heut abend im selben Zimmer in der privaten Herberge San Rafael 😉

Fast wie zu Hause

Die gestrige Nacht hab ich in Grañon verbracht und bin heut bis Tosantos marschiert, relativ eintönig zwischen Autobahn und abgeernteten Weizenfeldern. Gestern und heut hab ich eine kirchliche Herberge ausgesucht, und ich möchte euch ein bisschen von den verschiedenen Modellen erzählen: In den kirchlichen Herbergen gibt es Ehrenamtliche, die jeweils für ein halbes Monat in den Herbergen Dienst tun: sie kochen ein Abendessen – oft auch mit den PilgerInnen gemeinsam, gemeinsam wird abgewaschen und manchmal gehts dann noch auf den Chor der dunklen Kirche für ein frei gestaltetes Abendgebet. Es wird auch Wert darauf gelegt, dass die Menschen untereinander in Kontakt kommen, man wird nach Namen, Nationalität und Motivation für den Camino gefragt. So kommt man miteinander ins Gespräch und wenn man sich tagsüber trifft, ist das dann einfach nett. In den kirchlichen Herbergen wird auch gemeinsam gefrühstückt.
Gestern abend war ein ganz besonderer Tag für die Albergue in Grañon: es wurde ein Buch präsentiert anlässlich 20 Jahre Herberge, wir als PilgerInnen waren dazu eingeladen, und danach kamen noch der Pfarrer und einige andere zum Abendessen zu uns. Statt dem traditionellen Stempel für den Pilgerpass gab es einen ‚Stempel fürs Herz‘ (eine Umarmung) beim Abendgebet. Alle, für die ich tagsüber gebetet hatte, legte ich dabei Gott besonders ans Herz.

Es gibt dann auch noch die staatlichen Herbergen, die kann man sich wie das Kjubiz in Großstelzendorf vorstellen: Man wird registriert und bekommt ein Bett zugewiesen. Alles andere managt man selber: man kann abends in der Küche kochen, sich die Wäsche waschen. Frühstück machen. Meist um 8 Uhr morgens müssen alle wieder draußen sein.

Außerdem gibt es noch private Herbergen, da war ich erst zweimal: die sind oft klein und es ist Glückssache, wer sonst noch da ist. Das können Paare oder kleine Gruppen sein, wo ich als Einzelperson dann weniger leicht Kontakt finde, oder auch, wie in Navarrete, drei Männer, von denen einer wegen seines Schnarchens schon in zwei Nächten davor des Raumes verwiesen worden war.
Hier in Tosantos wird es nach dem gemeinsamen Essen ein Taizé-Gebet geben. Darauf freue ich mich ganz besonders.

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Das gemeinsame Abendessen

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Mittagspause am Fluss Tirón

 

Bevor der Hahn kräht…

..sollte man die Kirche in Sto. Domingo de la Calzada betreten haben. Das ist kein Gebot für früh aufstehende Menschen, sondern die Folge der wohl berühmteste Legende auf dem Jakobsweg: in dieser Kirche leben tatsächlich ein Hahn und ein Henne in einem gotischen Käfig (sie werden natürlich regelmäßig ausgetauscht). Wer den Hahnenschrei hört, dem ist besonderes Glück versprochen, oder eine gute Ankunft in Santiago… Während der 20 Minuten, die ich in der Kirche saß, hat der Hahn gezählte zwölfmal gekräht!

Während die Landschaft vor Sto. Domingo noch sehr viele Weingärten hatte, gab es danach nur mehr Weizenfelder: ich komme nach Kastilien-Leon, die Kornkammer Spaniens.

Ich spreche hier mit Menschen aus der ganzen Welt: Australien, Taiwan, Korea, Kanada, viele auch aus den USA. Die von so weit herkommen, sehe ich oft nur einmal, weil sie eine sehr getaktete Streckeneinteilung haben und über 30 km am Tag gehen müssen.

Eine Ausnahme ist Tom aus Boston, ein junger Mann mit amerikanischer Statur und amerikanischem Rucksack. Er startet meist sehr früh und schleppt sich oft sehr mühsam mit seinem Rucksack dahin, trotzdem sehen wir uns fast jeden Abend in der Herberge.

Da treffe ich auch oft die drei japanischen Burschen, die offensichtlich mit einer App gehen: als ich einen von ihnen bei einer Dorfkirche fragte, wo es denn hier Wasser gäbe, fragte er zuerst sein Handy, dann schaute er etwas verwirrt: Der Brunnen war genau an der Stelle, wo wir standen , nur 3m tiefer, bei den Kirchenstufen. Sie waren es auch, die sich in einem kleinen Geschäft Süßigkeiten um 1 € kaufen und mit Karte bezahlen wollten. Ich hab ihnen den einen Euro angeboten.

Seit heute hab ich übrigens eine etwas größere Blase an der Unterkante der Ferse. Ich versuche, sie gut zu versorgen, so wie ich es von Karl bei der Mariazell-Wahlfahrt gelernt habe.

 

Staub an den Füßen

Gestern habe ich die Region Navarra verlassen und gehe jetzt durch die Rioja – das spanische Weinbaugebiet, berühmt für den ‚vino tinto‘ (Rotwein). Durch die Weinberge ist es wunderschön zu gehen, auch wenn die Wege geschottert sind und es sehr staubt. Immer wieder gehts entlang einer Autobahn. Da ist es nur laut und staubig. Es erinnert mich an den Begleitweg am langen Berg. An einer Stelle sind am Begrenzungszaun über 100te von Metern von den PilgerInnen Kreuze montiert. Vielleicht Symbole der eigenen Kreuze, die wir mittragen?
Die Mittagspause genoss ich heut in Najera, am Fluss Najerilla streckte ich die Füße ins Wasser. Meine Tagesetappen haben sich auf 20-23 km eingependelt. Mehr brauch ich nicht, um rechtzeitig in Santiago zu sein und trotzdem hab ich noch einige Tage Reserve. Das ist eine angenehme Distanz, ich hab es am Nachmittag immer recht gemütlich. Der Nachteil dabei ist, dass ich so immer wieder Menschen ‚verliere‘, weil sie weiter gehen. Besonders leid tut mir das bei Nora und Elena, zwei deutschen Mädels die ich bei meiner ersten Pause auf den Pyrenäen kennengelernt hab. Seitdem hatten wir uns immer wieder getroffen, ohne etwas auszumachen. Wir haben gemeinsam geplaudert, Füße gedehnt, gekocht, gebetet, gegessen, gesungen,.. In Viana haben wir uns verabschiedet mit der leisen Hoffnung, dass wir uns in Santiago wiedersehen könnten.

PS: Heute wäre der 54. Geburtstag von Gerhard, meinem verstorbenen Mann. Wie unser gemeinsames Leben wohl gewesen wäre?

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Wieder ein großartiger Sonnenaufgang!

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Kreuze an der Autobahn

 

Weinviertel

 

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Ganz rechts hab ich gestartet, jetzt bin ich schon so weit!

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Laut meinem Reiseführer bin ich zwar grad erst bei 600, aber mir solls recht sein!

Nicht alles Gold, was glänzt

Asphaltwege führten mich heute morgen in die Stadt Logroño und weiter bis nach Navarrete. Eine Stadt zu durchqueren ist immer mühsam, weil es die ganze Aufmerksamkeit braucht, die richtigen Straßen zu finden. Bei der Jakobuskirche machte ich Halt: sie wird von einer mächtigen Skulptur gekrönt: Santiago, der Maurentöter. Dies beruht auf der falschen und verhängnisvollen Legende, dass der Apostel Jakobus (spanisch: Santiago) in einer Schlacht gegen die Mauren auf einem weißen Pferd erschienen ist und auf Seite der Spanier gekämpft hat. Unter dem Pferd sieht man die Köpfe der getöteten Muslime. Diese Geschichte wurde leider auch bei den Kreuzzügen eingesetzt, um die Menschen zu bestärken, dass Santiago auf ihrer Seite kämpft.
Ein komisches Gefühl hinterlassen auch die Hochaltäre der letzten drei offenen Kirchen – sie sind total vergoldet! Dabei erinnerte ich mich, dass unser Spanien-Guide Uli uns erklärte, dass sei das Gold, dass die Spanier nach der Entdeckung Amerikas von dort ‚weggefunden‘ haben. Traurig, dass im Namen unserer Religion so viel Unrecht geschehen ist!

Zum Schluss noch was Nettes: als ich in der Jakobuskirche saß, hörte ich von außen Geklapper, das mich zuerst an Fiaker denken ließ, dann erklärte ich es mir mit einer Pilgergruppe, die mit Stöcken auf dem Kopfsteinpflaster unterwegs ist. Tatsächlich waren es vier Pferde, die mit Begleitung auf dem Jakobsweg unterwegs sind. Sie sind einige Zeit vor mir gegangen und haben für ziemliches Aufsehen gesorgt.