
Jakobswege sind spirituelle Wege, so hab ich es auf dem Camino francés erfahren. Hier auf dem Camino del Norte hab ich das so noch nicht gespürt und auch nicht bemerkt. Voriges Jahr war die erste Frage, die sich Pilgernde stellten, wenn sie sich trafen, oft jene nach dem Herkunftsland und gleich danach wurde nach der Motivation für den Weg gefragt. Und das waren immer sehr persönliche, berührende Gründe. Nur einmal meinte ein Pilger, er mache es aus sportlichen Gründen.
Die Frage nach dem Warum habe ich hier so noch nicht gehört. Als ich sie stellte, kamen aber durchaus auch sehr persönliche Geschichten. Im allgemeinen empfinde ich diesen Weg aber weniger als Pilger-, sondern als Weitwanderweg, wo es darum geht, wunderschöne Ausblicke zu genießen und die sportliche Herausforderung zu schaffen. Viele gehen auch nur gewisse Teilabschnitte und es sind auch viele einfach hier wandern.
Es gibt hier nicht diese pfarrlichen Herbergen, die mir voriges Jahr so gefallen haben: wo gemeinsam gekocht, gegessen, geplaudert und gebetet wird und so die Pilger eher in Kontakt zueinander kommen.
Aber heute habe ich mich im Kloster von Laredo einquartiert. Geschlafen wird in den ehemaligen Klosterzellen, und es wird zur Messe, zum gemeinsamen Musizieren und Abendessen eingeladen, wo alle etwas zum Teilen mitbringen sollen. Ich freu mich schon drauf.
Im Moment sitz ich allerdings noch am Strand, der mit der Altstadt durch einen langen Tunnel verbunden ist und genieße das Meer.



