musst du gehen, um das Glück zu finden?
Diese Frage beschäftigt mich, seit ich Felix, einen jungen Hospitalero, kennengelernt habe. Er war nach Santiago gepilgert, dann durch Spanien zurück und bis nach Rom. Über 3000 km. Warum er das gemacht habe, hab ich ihn gefragt. Er meinte, dass die Menschen, die lange gepilgert waren, z.B. von Zuhause bis Santiago, so glücklich ausgeschaut hätten. Felix selbst wirkte auf mich nicht glücklich, eher orientierungslos. Das Gehen, der Weg allein, auch wenn er noch so weit ist, machen nicht glücklicher, denke ich. Weil trotzdem manchmal die Orientierung fehlt.
Seit 1000 Jahren sind Menschen auf dem Sternenweg nach Santiago unterwegs. Ursprünglich ging es darum, Vergebung für die Sünden und so den Himmel zu erreichen.
Die Pilger kamen aus ganz Europa: Frankreich, Deutschland, Italien, Griechenland, den Niederlanden, England und Skandinavien. Das Pilgern war wichtig für das Zusammenwachsen des Abendlandes und für die gemeinsame Religion, für das Aufblühen von Handel und Gewerbe, Kunst und Wissenschaft.
‚Europa entstand entlang der Jakobswege und das Christentum ist seine Muttersprache.‘ So hat es
J.W. von Goethe gesagt. Auch heute ist dieser Weg ein Übungsfeld, Menschen verschiedenster Kulturen hautnah zu erleben.
Jetzt steht für die Pilgernden allerdings die Suche nach Orientierung und Glück im Vordergrund, verbunden mit der körperlichen Herausforderung. Ich hab seit meiner ersten Ankunft viele Menschen erlebt, die so glücklich und stolz waren auf das, was sie geschafft hatten. So voll im Herzen, dass ihnen der Mund überging und sie in ihren Erzählungen kaum zu stoppen waren. Ich hoffe sehr und werde mich auch bemühen, das das bei mir nicht so ist.
Wenn ich morgen vormittag wieder zu Hause ankomme, freue ich mich auf euch und auf das, was ihr mir erzählen werdet!
Sehnsucht nach Santiago
Nach Santiago wollte ich gehen.
Darum bin ich aufgebrochen,
aufgebrochen von zu Hause.
Mit Muschel, Hut und Stab,
wie Jakobspilger gehen.
Santiago hab ich erreicht, doch die Sehnsucht bleibt.
Sie wächst und wächst,
sie treibt mich weiter.
So bleibe ich auf dem Weg
Mit Jakobus an meiner Seite.
Unterwegs zu unser aller Ziel,
in die ewige Heimat.
(Elisabeth Alferink)
Wann und wo kommst du an? Göllersdorf Bahnhof?
LikeLike
Wenn ich den Nachtzug jetzt in München erwische, bin ich morgen um halb 10 in Göllersdorf.
LikeLike
Liebe Hermi, ich wünsche dir noch eine gute Heimreise und ein gutes Ankommen daheim. Danke für deine tollen Berichte es war schön „mitzugehen“. Und ich freue mich auf ein Wiedersehen – und du kannst gerne erzählen und erzählen und … Bis bald Elisabeth
LikeLike
Nach der langen Fahrt freue ich mich jetzt schon darauf, zu Hause anzukommen.
LikeLike
Danke, Hermi, dass du uns die Möglichkeit gegeben hast, dich auf diese Weise zu begleiten. Es ist fast schon zur Gewohnheit geworden, nachzulesen, wo du gerade bist und was du so tust. Das wird fehlen. Aber jetzt kommst du ja vorläufig wieder! Bis bald! Susi
LikeLike