Sergude – Santiago de Compostela

Auch eine Reise von 1000 Meilen fängt mit dem ersten Schritt an…Vertraue und gehe….
Dieses Lied begleitete mich in den letzten Tagen. Am 4. September startete ich diesen Weg an der französisch-spanischen Grenze, heute, 37 Tage später, habe ich mein Ziel erreicht! Die Schritte in der ersten Zeit waren schön, erhebend, voller Vorfreude und Neugierde. Zwischendurch war es manchmal hart, eintönig, mühsam, aber mir half der Gedanke, dass jeder getane Schritt mich meinem Ziel näher bringt. Und bei einer Hochrechnung bin ich auf ca 50.000 Schritte pro Tag alleine auf dem Weg gekommen! In Summe waren das einige Millionen! In den letzten Tagen war ich fast traurig, dass die Regelmäßigkeit des täglichen Pilgerns zu Ende geht und ich mich auf Neues einstellen muss.
Ganz bewusst setzte ich heute jeden Schritt, freute mich über den Sonnenaufgang hinter dem Pico Sacro, war unendlich berührt, als ich das erste Mal die Stadt Santiago vor mir sah. Demut, Dankbarkeit, Stolz, unglaublicher Freude, … so viele Gefühle in mir.

Und dann stand ich wieder hier, an der Praza de Obradoiro, vor meiner Lieblingskathedrale. Es war ca 11 Uhr und schon viel los. Mit einem französischen Paar, das von Le Puy in 53 Tagen hierher gepilgert ist, machten wir gegenseitig Fotos, dann saß ich sehr lange an einer Säule und beobachtete das Geschehen: Santiago ist tatsächlich die Stadt der unglaublich fröhlichen Gesichter und der maroden Füße! Kaum jemand, der keine Fuß-/Kniebandage trägt, so viele Leute humpeln! Aber alle sind froh und glücklich, es geschafft zu haben.

Zur Belohnung gönnte ich mir im Lokal neben der Kathedrale Churros con Chocolate und traf dort Ela, eine holländische Pilgerin, die ich Wochen vorher kennengelernt hatte. Es war ein netter Austausch über das, was wir beide in der Zwischenzeit erlebt hatten. Auch sie hat einen geschwollenen Knöchel , aber nicht wegen der 800 km, die sie gegangen ist, sondern weil sie im Postamt in Santiago über die Schwelle gefallen ist. So ein Pech! Irgendwann war es dann Zeit, mein Quartier zu beziehen, abends möchte ich noch am spirituellen Rundgang teilnehmen, den ich später ja selbst anbieten werde, und auch die Pilgermesse besuchen. Davon werden ich morgen noch berichten und auch von meinen weiteren Plänen.

4 Kommentare zu „Sergude – Santiago de Compostela

  1. gratuliere, liebe Hermi! Ich war in Gedanken viel bei Dir und hab wieder gern mitgelesen. Kann deine Freude und deinen (mehr als berechtigten) Stolz gut nachempfinden. Ich wünsche Dir noch viele berührende und beeindruckende Erlebnisse und Begegnungen! Ganz liebe Grüße Gusti

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  2. Leibe Hermi,

    Du hast dein Ziel erreicht. Dazu möchte Dir herzlich gratulieren. Jetzt braucht Du Ruhe für deine Fuße, Beine und Rücken. Und für Kopf und Herz sage ich nur GENISSEN. Es gibt kaum schöner Ort dafür.

    Gestern hast Du ein wenig über Wunder geschrieben und hast Du gefragt was wir dazu meinen.

    Bei mir hängt das immer mit Dankbarkeit zusammen. Sobald ich das Gefühl habe für etwas dankbar zu sein, weiß ich das etwas passiert ist was ich gerade nicht erwartet habe. Oft sind es nur Kleinigkeiten.

    Ich grüße Dich herzlich

    Marius

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  3. Liebe Hermi,  herzlichen Glückwunsch, du hast es wiedermal geschafft. Ich wünsche dir noch eine schöne Zeit und viel Freude bei deiner Arbeit und freue mich schon auf ein Wiedersehen im November glg. Steffi —– Ursprüngliche Nachricht —–

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