Ein langer Weg, 1.-3. Mai

Auch heuer werde ich wieder einen Einsatz bei der Pilgerseelsorge in Santiago de Compostela machen. Und wie immer möchte ich davor auf dem Jakobsweg pilgern, und zwar diesmal das letzte Stück auf dem ‚französischen‘, dem bekanntesten Weg von Astorga nach Santiago. Letztes Jahr war hier ja so viel los, dass ich mich entschieden hatte, ab Ponferrada den Winterweg weiterzugehen. Dort hatte ich dann die Stille und Einsamkeit gefunden, die mir so gefehlt hatte. Jetzt probiere ich es noch einmal und erstmals überhaupt im Frühling.
Wieder bin ich ohne Flugzeug unterwegs und auch nicht mit dem Zug, weil der Nachtzug zwischen Wien und Paris eingestellt wurde und mich die vorgeschlagene Zugverbindung über Deutschland, Paris, Barcelona und Madrid geführt hätte – in vier Tagen!
So also mit dem Flixbus. Da sind es ’nur‘ 47 Stunden von Göllersdorf nach Astorga.
‚Wie reist es sich so mit dem Flixbus?‘, werde ich immer wieder gefragt. Das hängt davon ab .. Ich habe diesmal zwei sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht: Der Bus, in den ich in Wien einstieg, kam schon von Bukarest und durchquerte ganz Europa, bis zur Endstation Rennes in der Bretagne. Da waren sehr viel junge Männer unterwegs, kaum Frauen und es wurde nur auf rumänisch kommuniziert. Es war nicht immer leicht, die Pausenzeiten zu verstehen, die aber sowieso immer überzogen wurden. Der Bus war gut gebucht, ich wurde gebeten, meinen reservierten Platz zu tauschen, weil sich da schon jemand anderer eingerichtet hatte. Ein Glück, denn ich hatte dann keinen direkten Spitznachbar und konnte es mir in der Nacht immer wieder anders bequem machen und habe sehr gut geschlafen.
Am Nachmittag kam ich in Paris an. Eine Freundin holte mich ab und wir genossen ein Picknick an der Seine, bevor ich um 20.30 in den nächsten Bus stieg. Das war ein moderner Fernreisebus, dafür aber ganz voll. Mit einem recht großen und breiten Nachbar war es nicht so einfach, eine bequeme Schlafposition zu finden. In Oviedo angekommen, vertrieb ich mir die 4 Stunden Wartezeit in der Stadt. Da war gerade Stadtmarathon, Markt und Volksfest, unglaublich viel los im Zentrum.
Von hier hatte ich schon 2021 mein Pilgern gestartet, auf dem ‚Camino primitivo‘. Er trägt seinen Namen nicht nach wegen der Einfachheit des Weges, sondern deswegen, weil hier um 800 der erste Pilger unterwegs war, König Alfons II. Ihm war zu Ohren gekommen, dass die Gebeine des Apostels Jakobus in Santiago gefunden worden waren und der Überlieferung nach machte er sich zu Fuß dorthin auf den Weg.
Ich sitze inzwischen im dritten Bus meiner Reise, in 90 Minuten werde ich in Astorga ankommen und freu mich schon sehr darauf, morgen endlich auch zu Fuß starten zu können.

7 Kommentare zu „Ein langer Weg, 1.-3. Mai

  1. Gute Reise, liebe Hermi! Ich freue mich wie immer, dich lesend zu begleiten. Liebe Grüße Gusti

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  2. Ich wünsche meiner mutigen Freundin buen camino, nimm dich in Acht vor den „Präriehunden“, folge immer deinem Herzen, lass dich nur von Fremden anquatschen, die dir guttun, mögen Sonnenstrahlen stets deinen Weg säumen und mögest du leichtfüßig wie eine Primaballerina dem Ziel entgegentanzen ♥️💃 Ich freu mich immer von dir zu lesen!

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  3. Dein Abenteuer beginnt wieder, freue mich dabei sein zu dürfen, wünsche dir eine schöne Zeit und keine Bladen! Lg. Gabi

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  4. Dein Abenteuer beginnt wieder, freue mich dabei sein zu dürfen, wünsche dir eine schöne Zeit und keine Bladen! Lg. Gabi

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  5. danke für eure lieben Wünsche und begleitenden Gedanken! Ich selbst schau nicht ganz regelmäßig auf den Blog, da ich meinen Beiträge ja David schicke. Ihr könnt mir aber gern auch eine persönliche WA-Nachricht schicken, da antworte ich verlässlich!

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