4. Mai, Astorga – Foncebadon

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Der erste Blick auf die zwei Türme der Kathedrale von Astorga war magisch, das Aussteigen aus dem Bus zwischen Kathedrale und Bischofspalast von Gaudi eine große Freude, das Einchecken bei den Franziskanern ein bekanntestes Tun. Diesmal hatte ich die Nummer 53 von den 60 Betten, die sie in Zweibettzimmern mit eigenem Bad zur Verfügung stellen. Also wieder ziemlich voll! Letztes Jahr hatte ich ja das allerletzte Bett erhalten. Etwas erschreckt haben mich die wieder vielen Pilgernden, die ich auf dem Platz gesehen habe – man erkennt sie am Schuhwerk! Sie tragen Badeschlapfen, Flipflops oder Sandalen an den Füßen und spazieren entspannt herum, ihr Tageswerk haben sie ja erledigt. Meine Zimmergenossin war eine junge Frau aus Bayern, die seit dem 23. Februar stückweise auf dem Jakobsweg von zu Hause aus unterwegs ist. So schnell fühlte ich mich angekommen auf dem Weg und bereit für den Start.
Um 19 Uhr feierte ich die Messe im Haus mit und wurde auch gleich für die Lesung auf deutsch eingeteilt. Es hätte nicht besser passen können: wir sind auf dem Weg und Jesus sagt an diesem Sonntag: ich bin der Weg!
In diesem Vertrauen brach ich morgens und hatte plötzlich das wunderbare Gefühl, der Weg heißt mich willkommen, umarmt mich, trägt mich. Bis zum Frühstück waren viele unterwegs, danach verlor es sich und am Nachmittag hab ich kaum mehr Pilgernde gesehen. Ich kam in Rabanal vorbei, wo viele das Etappenziel hatten und ich wieder die Energie dieser uralten Kirche tankte. Und ging dann weiter bis Foncebadon, diesem Ort, der um 2000 vollkommen verfallen und wegen der streunenden Hunde gefürchtet war. Heute ist er ein schmuckes Dörfchen mit vielen Herbergen, der letzten Station vor dem Cruz de Ferro. Ich probierte es in der kirchlichen Herberge, die in der ehemaligen Kirche untergebracht ist, neun Stockbetten in einem Raum von ca 25 m2 – eine Grenzerfahrung.

Störchegeklapper beim Frühstück

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