11.⁠ ⁠Mai: Ventas de Narón – Melide

Bauernleben

Zum gestrigen Muttertag passt auch der heutige Todestag unserer Mutter. Als ich 2017 hier unterwegs war, habe ich wöchentlich mit ihr telefoniert.
Hier ist das Bauernleben noch so, wie sie es erlebt hat. Kleinteilig, übersichtlich und mit vielen Tieren – Hendeln, Kühen, Katzen, Hunden (oft an der Leine). Hier hätte es ihr gefallen. Sie hat ihre Kühe immer sehr geliebt und ich erinnere mich an die Tränen beim Abschied von jeder Kuh.
Leider verfallen viele Häuser und Gehöfte, die Jungen ziehen weg und nur die Alten bleiben. Und auch viele Felder sind nicht mehr bestellt.

Nachdem ich die letzten Tage Städte als Etappenziel übersprang, habe ich mich heute entschieden, in Melide zu bleiben. Das liegt daran, dass auf den Kilometern vorher keine Herberge war und ich ganz gut unterwegs war. So kam ich wieder auf 30 Tageskilometer und kann den morgigen Tag sehr ruhig angehen.
Melide ist die Stadt des Pulpo: gekochte Krake mit Öl, Salz und Paprika, das ist die gallicische Spezialität, die in den ‚Pulperias‘ serviert wird, und dafür ist Melide berühmt. Ich hab beim Spaziergang durch die Stadt allerdings keine einzige Pulperia gesehen, sondern nur sehr viele Pilgerherbergen und eine Deko-Krake über einem Mobilfunk-Geschäft. Es wäre nur interessehalber gewesen, gegessen habe ich eh in einer Pizzeria.

Wichtig ist, spätestens um 16 Uhr im Quartier zu sein, denn auch wenn es tagsüber oft schwarze Wolken und kleine Regenschauer gibt, am Nachmittag und auch abends regnet es verlässlich. Inzwischen bin ich schon bei fast U50 und es tut mir leid, dass diese Tage so schnell zu Ende gehen.

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