Ge-wichtig

Auf diesen Tag hatte ich mich gefreut: in der Stadt Arzua stoppte ich wie jedes Mal, wenn ich hier gehe, in der Churrería für die besten Churros con Chocolate. Und ein Bett habe ich schon vor einigen Tagen bei Heidi reserviert. Sie ist Österreicherin mit Wurzeln im Weinviertel. Wenn immer möglich, mache ich in dieser gemütlichen Herberge in Tabernavella Halt. Hier wird es auch wieder ein gemeinsames Abendessen geben. Schade nur, dass es das Wetter nicht zulässt, dass wir den schönen Garten nützen. Etwas mehr als 30 km vor Santiago de Compostela.



So kurz vorm Ziel mache ich einen Kontrollblick in meinen Rucksack – und ich bin zufrieden. Ich habe sehr gut gepackt und fast alles gebraucht, was ich mithatte. Leider auch die Regenausrüstung. Unnötig waren einzig Sonnenbrille und Sonnencreme. Und Gott sei Dank auch einige Pflaster und Schmerztabletten. Ich bin ohne größere Blasen und Wehwehchen durchgekommen und dafür sehr dankbar.
Meinen Gürtel hab ich auch nicht gebraucht. Ich nahm ihn mit für den Fall, dass die Versorgung auf dem Weg mich wieder einige Kilos verlieren lässt. Das war diesmal nicht der Fall, es gibt genug Bars und auch als Vegetarierin komme ich ganz gut durch.
Ein 30 dag schwerer Luxus, den ich mir diesmal jedoch gegönnt habe, war meine elektrische Zahnbürste.
Das Allerwichtigste in diesen 10 Tagen aber war meine schwarze Fleeceweste. Sie habe ich praktisch immer getragen, bei Tag und meist auch bei Nacht. In den Quartieren gab/funktionierte oft keine Heizung und es war manchmal wirklich kalt.
Ich beginne auch, unabsichtlich Ballast abzuwerfen: die Regenhülle meines Rucksacks habe ich irgendwo verloren oder liegen gelassen, und heute mein Schlauchtuch, weil ich es als Sitzunterlage auf dem kalten Sessel verwendet habe. Und mein Schirm ist auch kaputt, er leistet nur mehr sehr notdürftig Dienst und wird in Spanien bleiben. Da, wo er so viele Jahre und km mit mir auf dem Weg war. Leider gab es heute immer wieder Regen und dafür war ich nicht mehr optimal gerüstet.
