
Seit ich am Donnerstag hier ankam, wurde in der Stadt gefeiert. Ascensión -Himmelfahrt- hieß das Festwochenende. Täglich gab es Umzüge, Konzerte und einen riesigen Rummelplatz. Und weil ich die Chance nutzen wollte, Santiago einmal von ganz oben zu sehen, bin ich mit dem Riesenrad gefahren.



Vier Tage mache ich jetzt schon Dienst bei der deutschsprachigen Pilgerseelsorge in Santiago de Compostela. Wir haben verschiedene Programmpunkte, die sich täglich wiederholen und diese Angebote wurden vom Start an gut besucht. Unser großes Anliegen ist es, die Pilgernden willkommen zu heißen und ihnen ein Stück Anker zu sein in dieser Stadt, die voller Menschen ist. Andererseits wollen wir ihnen auch noch ein bisschen Mehrwert zu ihrem Pilgerweg dazulegen. So ist es uns ein Anliegen, die Froh-Botschaft der Kathedrale zu vermitteln.

Da ist zum Beispiel das Südportal, das früher die Menschen verabschiedet hat. Segnend grüßen Christus, Abraham, Moses in der Mitte.


An den beiden Seiten sehen wir die Erschaffung des Adam und der Eva. Nicht ein großer Gott in Menschengestalt, der ein kleines Menschlein aus Erde formt, sondern ein Mensch auf Augenhöhe Gottes wird geschaffen. Gott legt den Menschen liebevoll die rechte Hand auf das Herz: ‚du bist gut, du bist richtig, wie du bist, weil ich dich so gewollt habe. Ich hab dich gern. Und nun geh vertrauensvoll in die Welt.‘ Und Adam macht einen ersten Schritt.


Noch liebevoller ist die Erschaffung der Eva, wo Gott auch die rechte Hand auf ihr Herz, die linke aber auch noch in den Nacken legt. Ein Zeichen liebevoller Zuwendung.
Diese Zusage des Segens und des Geliebtseins gilt nicht nur für die ersten Menschen, sondern sie gilt für uns alle, daran dürfen wir glauben und und angenommen und wertgeschätzt fühlen.